Drei Erzählungen von Edgar Allan Poe,
Szenische Lesung mit Stefan Dehler, Andreas Düker und Christoph Huber
zum programm
Zwei Männer in Lebensgefahr. Ort und Zeit des Schreckens könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch gleichen sich die Schicksale. Der eine treibt hilflos im Sog gewaltiger Wassermassen vor der norwegischen Küste dem sicheren Tod entgegen, der andere ist in der Finsternis unterirdischer Verliese der Willkür sadistischer Folterknechte ausgeliefert. Trotz aussichtsloser Lage versuchen beide aber das Unmögliche: dem sicheren Tod entkommen. Ihr Überleben ist der Triumph menschlicher Vernunft über die blinden Kräfte der Zerstörung.
Zwei Männer in den Fängen der Pest. Durch einen pestverseuchten Stadtteil Londons streifend geraten die Matrosen Tarpaulin und Bein in die unheimliche Gesellschaft der leibhaftigen Krankheit: König Pest und sein Hofstaat nehmen sie als Gäste in die erlauchte Runde auf. Der finalen Aufforderung, sich zu Tode zu trinken, begegnen die beiden Trunkenbolde mit dem Mut der Berauschten. Sie packen die aristokratischen Gruselgestalten beim Kragen und kämpfen sich den Weg zu Licht, Luft und Leben kurzerhand wieder frei.
Edgar Allan Poe, Meister schwarzer Romantik und Wegbereiter des psychologischen Kriminalromans, spannt mit seinen fantastischen Erlebnisberichten einen Bogen vom naturgegebenen zum menschengemachten Schreckensort, vom todbringenden Naturwunder zum Folterkeller, von der üblen Spelunke zum Totentanzambiente.
Stefan Dehler und Christoph Huber haben sich der drei Meisterzählungen angenommen und stellen Poes kontrastierende Höllenvisionen in einer szenischen Lesung vor. Der Musiker Andreas Düker untermalt die Berichte mit atmosphärischen Klängen auf der E-Gitarre und steuert elisabethanische Lautenmusik bei.